37 Grad – Generation Porno – Wenn Kinder hartem Sex begegnen
Die Reportage begleitet Jugendliche einer Generation, die mit frei verfügbaren Hardcorefilmen, pornografischer Musik und sexualisiertem Fernsehprogramm aufwächst. Was bewirken die Bilder in den Köpfen junger Menschen?Als Kristian (15) noch keine Freundin hatte, war er jeden Tag auf den Pornoseiten unterwegs. Zum einen sieht er Pornos als Lehr- und Anschauungsmaterial, zum anderen erregt ihn das auch. In seinem Zimmer finden sich Kinderspiele neben Postern mit halbnackten Frauen oder einem Foto der Band “Frauenarzt”, auf der ein Rapper eine nackteFrau betatscht. Kondome liegen demonstrativ auf einer Kommode. Jeden Morgen verbringt Kristian eine Stunde vor dem Badezimmerspiegel. Haare glätten, Augenbrauen zupfen, Pickel bekämpfen. Er wolle ja schließlich nur die bestaussehendsten Mädchen haben, also müsse er denen auch etwas zu bieten haben.
Kristians Mutter Carmen (43) findet den Porno-Konsum ihres Sohnes nicht gut, aber so sei das heute nun mal. Sie staunt darüber, wie frühreif die Kinder heute sind. Dennoch achtet sie streng darauf, dass bei ihr zu Hause “kein Schweinkram passiert.” Die neue Freundin, Kristian meint, sie sei etwa seine dreißigste, darf noch nicht bei ihm im Bett übernachten. Während Kristian das erste Mal noch vor sich hat, haben Alina und Cecile, beide 14, bereits praktische Erfahrungen gesammelt. Cecile hatte ihren ersten Sex, als sie elfin war. An ihrer Schule gibt es momentan fünf minderjährige Mütter und einen 13-jährigen Vater. Sie sei eben locker erzogen worden, sagt Alina. Grenzen habe ihre Mutter quick nie gesetzt. Da ihre alleinerziehende Mutter viel arbeitet, ist Alina oft auf sich allein gestellt.
Auch die Mutter von Jakob (13) ist alleinerziehend und versucht alles, um den Anschluss zu der Welt ihres Sohnes nicht zu verlieren. Jakob besucht ein Gymnasium in Köln und ist ein großer Computer-Spieler. Seine Mutter treibt er damit zur Verzweiflung. Stundenlang sitzt er vor “der Kiste” und will immer gewaltsamere Spiele haben. Die Gewalt ist daher ein großes Thema zwischen Mutter und Sohn. Aber das sei vom Thema Pornografie gar nicht zu trennen, so Jakobs Mutter. Sie weiß nicht, wie sie dem Porno- und Medienkonsum ihres Sohnes begegnen soll. Sie hofft nun auf ein medienkritisches Projekt an Jakobs Schule. Den Jugendlichen soll spielerisch klar gemacht werden, dass sie sich schützen müssen vor der Wucht der Bilder, die da ungefiltert auf sie einströmen.
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